Das Ungarische Auswärtige Institut behandelt im
Rahmen ihrer Veranstaltungen zahlreiche außenpolitische Themen mit berühmten
Experten, Regierungsbeamten und fachkundigem Publikum. Der Vortrag, der Mitte
Dezember 2012 stattfand, hatte ein aktuelles EU-politisches Thema. In meiner
Forschung befasse ich mich mit mehreren Länder (die Staaten von CEFTA und
BAFTA, der Donau-Region und dem Baltikum), auf die die Krise, beziehungsweise
die Krisenbewältigung seitens der EU und
vor allem ihre diesbezüglichen Zukunftspläne, eine erhebliche Auswirkung haben.
Der Vortrag wurde von J. László Kiss
moderiert und zuerst hat Bálint Ódor, stellvertretender Staatssekretär
verantwortlich für EU-Angelegenheiten, einen Vortrag gehalten und zunächst die
drei wichtigsten Themenbereiche vorgestellt, mit denen er sich dann im Rahmen
seines Vortrages eingehender beschäftigt hat. Diese Themen waren die folgenden:
das Ergebnis der Krisenbewältigung durch die EU, der heutige finanzielle
Zustand, sowie der Erweiterungsprozess der EU.
Der erste angesprochene Themenbereich
war die Krisenbewältigung seitens der EU. In diesem Zusammenhang äußerte Bálint
Ódor, dass seit 2010 22 Ratssitzungen
stattgefunden haben, von denen sich 80-95% mit der Krisenbewältigung
beschäftigten. Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet, stand das Jahr 2012 für einen
Durchbruch.
Einerseits
hat die finanzielle Lage sich etwas stabilisiert, so dass in der EU eine längerfristige
Problemlösung in Angriff genommen werden konnte. Andererseits wurde auch ein zweiter
wichtiger Punkt, die Möglichkeit der tieferen Integration, die mit tieferer
finanzieller Integration, einem gemeinsamen wirtschafpolitischem Rahmen, der
Erweiterung der fiskalischen Integration sowie der Vertiefung der Legitimation einher
geht, angesprochen.
Im
Vortrag wurde der Faktor der Integration angeführt, der in meiner Forschung
eine wesentliche Rolle spielt und deshalb sehe ich meine Teilnahme an dieser
Konferenz auch als so relevant an. Die Vertiefung der Integration soll unter
anderem durch die Errichtung von gemeinsamen Kontrolleinrichtungen und deren
Verstärkern zustande gebracht werden. Die formelle Errichtung des Kontrollmechanismusses
sollte bis März 2013 abgeschlossen sein, während seine Inbetriebnahme für
Frühling 2014 geplant ist.
In
Verbindung mit den zwei weiteren Pfeilern,
erwähnte der Referent, dass in dem nächsten Zeitraum die länderspezifischen
Empfehlungen im Bereich der Wirtschaftspolitik verstärkt würden, was auf eine
Übereinstimmung zwischen den Mitgliedstaaten und dem Rat zurückzuführen ist: Die
EU stellt ihrem jeweiligen Mitgliedstaat finanzielle Hilfe zur Verfügung und
dieser Mitgliedstaat führt im Gegenzug bestimmte wirtschaftliche Anordnungen
durch.
Als
Endergebnis dieses Systems könnte ein gemeinsames Budget für die Eurozone zustande
kommen, wodurch in der Zone die Schocks gemindert werden könnten. Nach Meinung des Referenten steht die Eurozone vor zwei
Hauptherausforderungen: mehr Haushaltsdisziplin einführen und die Solidarität verstärken. Aber es gehen
damit mehrere Probleme einher, z.B.: das Zustandebringen der realen Konvergenz,
der Mangel an wirtschaftlichen Entwicklungen oder die Euroskepsis und sinkende
Solidarität, was die Integration zwischen den Mitgliedstaaten abnehmen lässt.
Der
dritte größere Themenbereich war die Frage der EU-Erweiterung. Bálint Ódor
stellte an mehreren Beispielen den Beitrittsprozess für einige bestimmte Ländern dar, und betonte
dabei, dass es das Ziel der EU ist, einen reibungslosen Beitrittsprozess zu
gewährleisten.
Nach
dem Vortrag von Bálint Ódor stellte Attila Marján seinen Standpunkt vor. Er
setzte mehrere Fragezeichen hinter die Fristen der Erfüllung von Zielen und die
Möglichkeiten der Einführung von einigen Anordnungen.
Der
Vortrag führte den Fortschritt des Integrationsprozesses vor Augen, wies aber
gleichzeitig auch auf die Anlässe und die hinderlichen Faktoren hin. Die
Präsentation zeigte diverse Zukunftsszenarien der Union und der Rolle der
mitteleuropäischen Region in ihr auf, thematisierte die Integrationsrolle der
Wirtschaftskrise und sprach auch über die Bürokratie der EU sowie ihren Einfluss auf die wirtschaftlichen und politischen
Prozesse. Der Vortrag war sehr interessant und setzte sich mit den Plänen der
EU für eine wirtschaftliche Erweiterung auseinander, was sowohl auf die
baltischen, aber auch die in meiner Forschung betonten mitteleuropäischen
Länder größere Auswirkungen hätte, so wie dieser Vortrag auch auf meine
Forschung.
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