Die
Veranstaltung von Adalberts Europa – Erfahrung und Perspektiven der
Zusammenarbeit der Visegrád-Länder wurde am 7. Juni an der Andrássy Universität
Budapest organisiert. Im Kolloquium sprachen mehrere Experten, Journalisten und
Historiker über das Thema.
Die
Beteiligung an der Veranstaltung war sehr relevant für mich, denn ich
beschäftige mich in meiner Forschung auch mit den Visegrád-Ländern als einer
Möglichkeit der mitteleuropäischen Kooperation. Meine Forschung fokussiert in
erster Reihe auf die internationale wirtschaftliche Integration, deshalb hielt
ich es für wichtig, das Thema unter einem anderen Aspekt zu untersuchen, den
diese Veranstaltung auch unterstützte.
Zuerst wurden die Gäste von Prof. Dr.
András Masát, dem Rektor der Andrássy Universität Budapest, begrüßt. Dann folgten
Frank Spengler, der Vertreter der Konrad-Adenauer-Stiftung in Budapest,
anschließend Dr. Hans Süssmuth, der Generaldirektor von Adalbert Stiftung
Krefeld, danach Gergely Prőhle, der stellvertretende Staatssekretär des
ungarischen Außenministeriums. In allen Eröffnungsreden wurde auf die
Aktualität des Themas, die Erfolge, die Erfahrungen und die möglichen
Perspektiven der V4-Kooperation verwiesen und alle Redner betonten die
Wichtigkeit dieser Erkenntnis und Verarbeitung.
Im ersten Panel wurden die Erfahrungen
und das Hervorrufen der Kooperation thematisiert. Im ersten Teil redeten die
Vertreter der Visegrad-Länder und führten verschiedene Standpunkte der
einzelnen Staaten vor. Dieses Panel war hochinteressant, denn die Referenten
kamen aus verschiedenen Visegrád-Ländern und
sie stellten auch wechselvolle Themenkreise vor, um das Kolloquium noch
farbiger zu gestalten.
Die Referenten, so
Professor Dr. Henryk Muszyński, Erzbischof und Metropolit von Gnesen, vertrat
Polen; Dr. Ján Figeľ, Stellvertretender Vorsitzender des Nationalrates der
Slowakischen Republik, führte den slowakischen Aspekt vor.
Danach machte Dr. Martin C. Putna,
Literaturhistoriker an der Karls-Universität Prag, seinen Standpunkt bekannt, während
Dr. Gulyás Gergely, Generaldirektor der Stiftung Union für ein Bürgerliches
Ungarn, den ungarischen Blickpunkt vertrat. Der Moderator des ersten Teils war
Frank Spengler, der Leiter des Auslandsbüros Ungarn der
Konrad-Adenauer-Stiftung.
Professor Dr. Henryk Muszyński sprach über die Werte von
Adalbert, die auf die Visegrad-Länder ausgeübten Effekte, Erfolgen und im
Allgemeinen auch über die christlichen Werte in Mitteleuropa. Dr. Ján Figeľ,
Vertreter der Slowakei, stellte auch die Wichtigkeit der christlichen Werte vor
und redete daneben über die Eigenschaften dieser europäischen Kooperation. Er
halte die Anlehnung aus der gemeinsamen mitteleuropäischen Geschichte heraus
für relevant, was aber auch mehr Konfliktpotenzial für die V4-Staaten bedeute.
Dr. Martin C. Putna betonte den erschienenen mitteleuropäischen Extremismus, der
von den Staaten berücksichtigt werden müsse. Daneben sprach er über die
gemeinsame mitteleuropäische Geschichte und über die Werte von Adalbert.
Dr. Gergely Gulyás betonte die Grundlage der europäischen Werte, welche
im römischen, griechischen Recht und in den Grundwerten von Christentum
gesucht werden müsse. Daneben legte er fest, dass die Länder zwei Sachen identifizieren
sollten: die Vielschichtigkeit und die Toleranz. Er hob hervor, dass die Länder
über die Konflikte hinwegschreiten sollten, um diese Gemeinschaft noch besser
funktionieren zu lassen. Seiner Meinung nach sei die V4 eine echte Möglichkeit,
um die Interessen der Länder gut und effizienter innerhalb der Europäischen
Union zu vertreten, deshalb unterstütze er die Verstärkung von wirtschaftlicher
Integration zwischen diesen Staaten.
Vor dem Beginn des zweiten Panels sprach Dr. Petr Pithart. Er
betonte, dass die westlichen Werte nicht die einzigen Lösungen bedeuten für die
V4 und seiner Meinung nach diese mitteleuropäischen Staaten ihre eigenen Weg
finden sollten, was nur gemeinsam, durch einem Zusammenschluss, erreicht werden
könne.
Das Thema des zweiten Panels waren die „Rolle und
Möglichkeiten der Visegrád-Gruppe in der Gestaltung des künftigen Europas“.
Dieses Panel wurde von Dr. Georg Paul Hefty, Journalist, ehemaliger
Korrespondent der FAZ, moderiert. Aus Polen kam Professor Władysław
Bartoszewski, Staatssekretär, ehemaliger polnische Außenminister. Für die slowakische
Seite sprach Dr. František Mikloško, ehemaliger Vorsitzender des Nationalrates
der Slowakei; auf der ungarischen Seite stellte Dr. Géza Jeszenszky,
Botschafter, ehemaliger Außenminister, seine Meinung vor.
Professor Władysław Bartoszewski sprach über die gemeinsamen
Eigenschaften der V4 Länder wie auch über das Vertrauen. Er stellte die engere
Kooperationen zwischen den Ländern vor und erwähnte daneben, welche engeren
Beziehungen mit anderen Staaten existierten. Er betonte auch die Vergangenheit
und die Probleme dieser Staatengruppe. Dr. František Mikloško redete anschließend
über die Zukunft, Perspektiven der Gruppe. Dr. Géza Jeszenszky führte die
verschiedenen Kooperationsmöglichkeiten zwischen den Ländern in- und außerhalb
der Visegrad-Staaten vor, davon hob er (neben den Balkan-Staaten) ein mit den
baltischen Staaten organisiertes Treffen hervor, sowie die Möglichkeit von
Kooperation zwischen V4 und B3.
Am Ende des Kolloquiums konnten die Anwesenden den Referenten
mehrere aktuelle Fragen stellen.
Die Teilnahme an dieser Veranstaltung war hochinteressant für
mich, weil ich meine Kenntnisse erweitern und mich damit in neue Aspekte meiner
Forschung vertiefen konnte.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen