Mittwoch, 31. Juli 2013

Adalberts Europa – Erfahrung und Perspektiven der Zusammenarbeit der Visegrád-Länder

Die Veranstaltung von Adalberts Europa – Erfahrung und Perspektiven der Zusammenarbeit der Visegrád-Länder wurde am 7. Juni an der Andrássy Universität Budapest organisiert. Im Kolloquium sprachen mehrere Experten, Journalisten und Historiker über das Thema.

Die Beteiligung an der Veranstaltung war sehr relevant für mich, denn ich beschäftige mich in meiner Forschung auch mit den Visegrád-Ländern als einer Möglichkeit der mitteleuropäischen Kooperation. Meine Forschung fokussiert in erster Reihe auf die internationale wirtschaftliche Integration, deshalb hielt ich es für wichtig, das Thema unter einem anderen Aspekt zu untersuchen, den diese Veranstaltung auch unterstützte.
Zuerst wurden die Gäste von Prof. Dr. András Masát, dem Rektor der Andrássy Universität Budapest, begrüßt. Dann folgten Frank Spengler, der Vertreter der Konrad-Adenauer-Stiftung in Budapest, anschließend Dr. Hans Süssmuth, der Generaldirektor von Adalbert Stiftung Krefeld, danach Gergely Prőhle, der stellvertretende Staatssekretär des ungarischen Außenministeriums. In allen Eröffnungsreden wurde auf die Aktualität des Themas, die Erfolge, die Erfahrungen und die möglichen Perspektiven der V4-Kooperation verwiesen und alle Redner betonten die Wichtigkeit dieser Erkenntnis und Verarbeitung.

Im ersten Panel wurden die Erfahrungen und das Hervorrufen der Kooperation thematisiert. Im ersten Teil redeten die Vertreter der Visegrad-Länder und führten verschiedene Standpunkte der einzelnen Staaten vor. Dieses Panel war hochinteressant, denn die Referenten kamen aus verschiedenen Visegrád-Ländern und  sie stellten auch wechselvolle Themenkreise vor, um das Kolloquium noch farbiger zu gestalten.
Die Referenten, so Professor Dr. Henryk Muszyński, Erzbischof und Metropolit von Gnesen, vertrat Polen; Dr. Ján Figeľ, Stellvertretender Vorsitzender des Nationalrates der Slowakischen Republik, führte den slowakischen Aspekt vor. Danach machte Dr. Martin C. Putna, Literaturhistoriker an der Karls-Universität Prag, seinen Standpunkt bekannt, während Dr. Gulyás Gergely, Generaldirektor der Stiftung Union für ein Bürgerliches Ungarn, den ungarischen Blickpunkt vertrat. Der Moderator des ersten Teils war Frank Spengler, der Leiter des Auslandsbüros Ungarn der Konrad-Adenauer-Stiftung.
Professor Dr. Henryk Muszyński sprach über die Werte von Adalbert, die auf die Visegrad-Länder ausgeübten Effekte, Erfolgen und im Allgemeinen auch über die christlichen Werte in Mitteleuropa. Dr. Ján Figeľ, Vertreter der Slowakei, stellte auch die Wichtigkeit der christlichen Werte vor und redete daneben über die Eigenschaften dieser europäischen Kooperation. Er halte die Anlehnung aus der gemeinsamen mitteleuropäischen Geschichte heraus für relevant, was aber auch mehr Konfliktpotenzial für die V4-Staaten bedeute. Dr. Martin C. Putna betonte den erschienenen mitteleuropäischen Extremismus, der von den Staaten berücksichtigt werden müsse. Daneben sprach er über die gemeinsame mitteleuropäische Geschichte und über die Werte von  Adalbert.  Dr. Gergely Gulyás betonte die Grundlage der europäischen Werte, welche im römischen, griechischen Recht und in den Grundwerten von Christentum gesucht werden müsse. Daneben legte er fest, dass die Länder zwei Sachen identifizieren sollten: die Vielschichtigkeit und die Toleranz. Er hob hervor, dass die Länder über die Konflikte hinwegschreiten sollten, um diese Gemeinschaft noch besser funktionieren zu lassen. Seiner Meinung nach sei die V4 eine echte Möglichkeit, um die Interessen der Länder gut und effizienter innerhalb der Europäischen Union zu vertreten, deshalb unterstütze er die Verstärkung von wirtschaftlicher Integration zwischen diesen Staaten.
Vor dem Beginn des zweiten Panels sprach Dr. Petr Pithart. Er betonte, dass die westlichen Werte nicht die einzigen Lösungen bedeuten für die V4 und seiner Meinung nach diese mitteleuropäischen Staaten ihre eigenen Weg finden sollten, was nur gemeinsam, durch einem Zusammenschluss, erreicht werden könne.
Das Thema des zweiten Panels waren die „Rolle und Möglichkeiten der Visegrád-Gruppe in der Gestaltung des künftigen Europas“. Dieses Panel wurde von Dr. Georg Paul Hefty, Journalist, ehemaliger Korrespondent der FAZ, moderiert. Aus Polen kam Professor Władysław Bartoszewski, Staatssekretär, ehemaliger polnische Außenminister. Für die slowakische Seite sprach Dr. František Mikloško, ehemaliger Vorsitzender des Nationalrates der Slowakei; auf der ungarischen Seite stellte Dr. Géza Jeszenszky, Botschafter, ehemaliger Außenminister, seine Meinung vor.
Professor Władysław Bartoszewski sprach über die gemeinsamen Eigenschaften der V4 Länder wie auch über das Vertrauen. Er stellte die engere Kooperationen zwischen den Ländern vor und erwähnte daneben, welche engeren Beziehungen mit anderen Staaten existierten. Er betonte auch die Vergangenheit und die Probleme dieser Staatengruppe. Dr. František Mikloško redete anschließend über die Zukunft, Perspektiven der Gruppe. Dr. Géza Jeszenszky führte die verschiedenen Kooperationsmöglichkeiten zwischen den Ländern in- und außerhalb der Visegrad-Staaten vor, davon hob er (neben den Balkan-Staaten) ein mit den baltischen Staaten organisiertes Treffen hervor, sowie die Möglichkeit von Kooperation zwischen V4 und B3.
Am Ende des Kolloquiums konnten die Anwesenden den Referenten mehrere aktuelle Fragen stellen.

Die Teilnahme an dieser Veranstaltung war hochinteressant für mich, weil ich meine Kenntnisse erweitern und mich damit in neue Aspekte meiner Forschung vertiefen konnte.

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